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Urlaub: Städtereise Erfurt, Thüringen

Städtereise Erfurt, Thüringen

Sehenswürdigkeiten Erfurt

Erfurt ist die Landeshauptstadt von Thüringen und trotzdem relativ unbekannt. Was sehr schade ist, weil Erfurt richtig schön ist.

Und das sage ich nicht nur, weil Erfurt unsere Heimatstadt ist. Die Stadt ist groß genug, dass eigentlich immer irgendwo etwas los ist,

aber klein genug, dass ihr die meisten Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erkunden könnt. Im Sommer ist die gesamte Innenstadt

ein großer “ Biergarten”. Überall gibt es Cafes und Restaurants wo man draussen sitzen kann und trotz kleiner Großstadt gibt es

einige lauschige Plätze in der Innensatdt, an denen man entspannt verweilen kann.

 

Und natürlich bietet Erfurt auch einige sehenswerte Highlights. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

 

Aber was solltet ihr in Erfurt unbedingt gesehen haben? Hier kommen meine Tipps für die interessantesten Sehenswürdigkeiten:

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Reiseführer Erfurt

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Stadtführer Erfurt


1. Domkirche St. Marien

Vom Domplatz aus gelangt ihr über eine 70- stufige Treppe auf dem Domberg und findet dort zwei Kirchen,

die hohe Domkirche St. Marien und die St. Severin Kirche. Die Domkirche St. Marien ist besser bekannt unter dem Namen Erfurter Dom.

 

Der Dom besteht aus einem hochgotischen Chor, einem romanischen Turmbereich und einer spätgotischen Westhalle.

 

Der Dom ansich ist schon sehenswert, aber er beherbergt im Mittelturm eine weitere Erfurter Attraktion: die Gloriosa.

Das ist die größte freischwingende mittelalterliche Glocke der Welt. Sie wiegt 11,45 Tonnen, ist 2,62 m hoch und hat einen

Durchmesser von 2,56 m. Sie wurde im Jahr 1497 gegossen. Sie wird auch heute noch zu hohen kirchlichen Feiertagen geläutet.

 

Neben dem Dom steht die St. Severi Kirche, fünfschiffige gotische Hallenkirche.

 

Verkehrsanbindung: Stadtbahnlinie 3,4,6 Haltestelle Domplatz

PKW: Parkhaus Domplatz

2. Zitadelle Petersberg

Vom Domplatz aus könnt ihr direkt weiter zum Petersberg mit der Zitadelle laufen. Ihr könnt ihn schon vom Domplatz aus sehen.

Es geht bergauf, aber oben werdet ihr mit einem tollen Ausblick belohnt. Aktuell wird dort viel gebaut, weil der Petersberg schick

für die BUGA ab April 2021 gemacht wird.

 

Die Zitadelle Petersberg ist eine Stadtfestung aus dem 17.-19. Jahrhundert und gilt als eine der größten und besterhaltensten ihrer Art

in Europa. Der Bau begann bereits 1665 und dauerte bis 1770. Sie wurde sternenförmig angelegt und galt als uneinnehmbar.

Damals war sie die die modernste Anlage der damaligen Zeit.

Ab April 2021 sind Teile der Zitadelle Ausstellungsfläche der BUGA. Ihr könnt hier die neue Ausstellung im Kommandantenhaus oder die Horchgänge in den starken Festungsmauern erkunden. Im April 201 wird auch ein neues Besucherzentrum auf dem Petersberg eröffnet.

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3. Fischmarkt

Den Fischmarkt könnt ihr vom Domplatz aus sehr gut zu Fuß erreichen. Hier befindet sich das Erfurter Rathaus und einige

reich verzierte Patrizier Häuser aus der Renaissance, z. B. das “ Haus zum breiten Herd” und das “ Haus zum roten Ochsen”.

Am “Haus zum breiten Herd” findet ihr an der Fassade im 1. Stock personifizierte Darstellungen der 5 Sinne.

Im “ Haus zum roten Ochsen” befindet sich heute eine Kunstgalerie. An der Fassade gibt es ein Fries mit antiken Planetengöttern

und einem roten Ochsen mit goldenenen Hörnern.

Erfurt, Fischmarkt
Fischmarkt Erfurt

4. Rathaus

Auch das Rathaus gehört zu den historischen Gebäuden auf dem Fischmarkt. Die Ursprünge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück.

Damals wurde das Gebäude als Kauf- und Versammlungshaus genutzt. Ab 1275 wurde es erstmals als Rathaus erwähnt. Das Gebäude

wurde immer weiter erweitert. 1830 wurde es allerdings wegen eines Dachschadens abgerissen. 1869 begann dann der Bau des heutigen Rathauses im neogotischen Stil. Im Inneren werden die Erfurter- und die Thüringer Geschichte sowie die Sagenwelt in zahlreichen Wandgemälden dargestellt. Die Treppenhäuser des Rathauses sind frei zugänglich. Hier könnt ihr Gemälde von Eduard Kaempffer

aus den Jahren 1889 und 1896 entdecken. Sie zeigen Szenen aus dem Faust und der Tannhäusersage.

Erfurter Rathaus
Rathaus Erfurt

5. Krämerbrücke

Eines der nächsten Wahrzeichen der Stadt ist vom Fischmarkt aus mit einem Minispaziergang auch super zu Fuß erreichbar.

Links am Rathaus vorbei und dann nur noch ein paar Schritte geradeaus und ihr steht direkt davor. Hier ist auch die Touristeninfo

zu finden. ( am Benediktsplatz)

 

Die Krämerbrücke ist die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Eine vergleichbare Brücke

gibt es in Europa nur in Florenz, die Ponte Vecchio. Die ist allerdings kürzer. Die Krämerbrücke wurde erst aus Holz gebaut und

dann wegen mehrerer Brände 1325 aus Stein errichtet. Die Brücke ist 120 m lang. An beiden Brückenköpfen gab es ursprünglich auch Kirchen mit Tordurchfahrten. Erhalten ist davon heute nur noch eine, die Ägidienkirche am östlichen Ende der Brücke, am Wenigemarkt. Der Kirchturm ist 33 m hoch und von hier habt ihr einen tollen Ausblick über die Stadt.

Die Krämerbrücke ist 26 m breit und zwischen den Häusern sind nur 5,5m Platz. Die meisten Häuser auf der Krämerbrücke sind heute Läden für Kunsthandwerk und Antiquitäten. Einmal über die Krämerbrücke schlendern, gehört einfach zu jedem Besuch in Erfurt dazu. Und wenn ihr einmal da seid, probiert unbedingt die Spezialitäten der Schokoladenmanufaktur Goldhelm Schokolade. Ein Geschäft der Manufaktur findet ihr direkt auf der Krämerbrücke. Absolut zu empfehlen sind die Brückentrüffel, einfach köstlich und sogar glutenfrei.

Direkt daneben gibt es einen Eiskrämer. ( auch Goldhelm) Das Eis solltet ihr unbedingt probieren. Es gibt auch viele ganz verrückte Eissorten. Die Allergene sind ausgeschrieben. Vor dem laden hängen Kärtchen, auf denen die Eissorten beschrieben sind und welche Allergene enthalten sind.

Auf der anderen Seite der Krämerbrücke habe ich auch drei Empfehlungen, falls der kleine Hunger kommt. Auf dem Wenigemarkt gibt es eine Pizzeria “ La Piazetta”. Hier kennt man sich mit glutenfrei aus. Es gibt auch glutenfreie Nudeln und wenn ihr euch einen Tag vorher anmeldet und bescheid gebt, dass ihr glutenfreie Pizza essen wollt, dann könnt ihr euch mit leckerer glutenfreier Pizza verwöhnen lassen. Der Teig wird hier selbst gemacht. Direkt daneben gibt es ein Restaurant mit dem Namen “Wenigemarkt 13”. Hier gibt es gutbürgerliche deutsche Küche und auch hier kennt man sich mit glutenfrei aus. Nahezu jedes Gericht aus der Karte kann auch glutenfrei bestellt werden. Ein letzter Tipp für glutenfreies Essen an der Krämerbrücke ist das “Cognito”. Hier gibt es eine große Auswahl an Suppen, Curries und auch Kuchen, die glutenfrei sind. Hier ist Selbstbedienung. Das Essen ist echt lecker. Wichtig ist aber wie immer, vorher nachfragen, ob glutenfrei noch möglich ist.

Aber auch rund um die Krämerbrücke lohnt sich ein Spaziergang. Hinter der Krämerbrücke kann man bei sonnigem Wetter schön sitzen und es gibt hier auch einen größeren Spielplatz.

6. Alte Synagoge

Die alte Synagoge ist eine weitere Sehenswürdigkeit in Erfurts Altstadt. Von der Krämerbrücke ist es nur ein Katzensprung zu Fuß.

Die alte Synagoge in der Waagegasse ist die älteste, bis zum Dach erhaltene Synagoge in Mitteleuropa. Die ältesten Bauteile stammen

aus dem 11. Jahrhundert.

 

Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut und zu verschiedensten Zwecken genutzt, als Lagerhalle oder ab dem späten 19. Jahrhundert

auch gastronomisch. Durch die vielen Umbauten war die ursprüngliche Gestalt der Synagoge nicht mehr zu erkennen. 1992 wurde durch Bauuntersuchungen festgestellt, dass die alte Synagoge noch vorhanden und weitestgehend erhalten geblieben ist. 1998 konnte die Stadt das gebäude zurückkaufen. Ab 1999 begann die Sanierung. Zahlreiche Anbauten wurden entfernt, damit das ursprüngliche Gebäude

wieder sichtbar wird.

 

1998 wurde in unmittelbarer Nähe der Synagoge der “ Erfurter Schatz” gefunden. Er stammt wohl aus dem 13./14. Jahrhundert und sein Umfang und die Zusammensetzung ist weltweit einzigartig. Vermutlich wurde er während des Pogroms versteckt. Er besteht unter anderem aus 3141 Silbermünzen, 14 silberner Barren und mehr als 700 Einzelstücken gotischer Goldschmiedekunst. Der bedeutendste

Fund ist ein jüdischer Hochzeitsring.

 

2007 wurde in der Nähe der Synagoge ein Mikwe, ein jüdisches Ritualbad gefunden. Es ist ca. 750 Jahre alt. 2009 wurde in der Synagoge

ein Museum eröffnet. Hier könnt ihr viel über die Kultur und Geschichte der jüdischen Gemeinde Erfurts im Mittelalter erfahren.

 

Verkehrsanbindung:

Stadtbahn Linie 3,4,6 Haltestelle Fischmarkt

PKW: Parkhaus Domplatz

 

Eintritt: Erwachsene 8,00 Euro, Kinder unter 6 Jahren frei, ermäßigt 5,00 Euro

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7. Augustinerkloster

Auch das evangelische Augustinerkloster zählt zu den Sehenswürdigkeiten in Erfurts Innenstadt. Die Kirche und die Klosteranlage

wurden um 1300 erbaut. Martin Luther trat am 17.07.1505 in das Kloster ein und lebte hier von 1505 bis 1511. 1507 wurde er in dem

Kloster als Priester geweiht und las seine erste Messe in der Kirche des Klosters. Bei einem Luftangriff 1945 wurde der gesamte

Klosterbau zerstört. der Wiederaufbau hat über 10 Jahre gedauert. Anfang des 21. Jahrhundert wurde das Kloster restauriert und modernisiert. Heute ist es eine Tagungs- und Begegnungs- sowie Luthergedenkstätte. Es gibt eine Dauerausstellung zum

Thema “Bibel-Kloster-Luther”.

 

2011 wurde es von Papst Benedikt XVI. während seines Deutschlandaufenthaltes besucht.

8. EGA-Park

Der Erfurter Garten- und Freizeitpark auf dem Cyriaksberg wird auch kurz EGA-Park genannt. Der Park ist ca. 36 Hektar groß und

ist somit einer der größten Parks seiner Art in Deutschland.  Der Park repräsentiert die lange Gartenbautradition Erfurts. Die Stadt

wird auch Blumenstadt genannt.  Eröffnet wurde der Park 1961  als " IGA" ( Internationale Gartenbau Ausstellung) schon zu DDR Zeiten. 

Mit durchschnittlich 500.00 Besuchern pro Jahr  zählt der EGA-Park heute zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten  Thüringens. Auf dem Parkgelände erwarten euch verschiedene Schau- und Themengärten, ein Aussichtsturm, eine Sternwarte, einige gastronomische Einrichtungen und viel Spaß für die Kinder, z.B. Thüringens größten Spielplatz mit Wasserspielplatz,  ein Kinderbauernhof und das in Deutschland und Europa einzigartige Gartenbaumuseum.

Ganz neu und für die BUGA 2021 erbaut wurde "Danakil", das neue Wüsten-und Urwaldhaus. Es besteht aus einem Wüsten- und einem Urwaldhaus, die miteinander verbunden sind. In beiden spielt Wasser eine zentrale Rolle. Namensgeber ist die Danakil-Wüste in Äthiopien.

Was ihr euch sonst noch anschauen könnt:

Haus zum Sonneborn

Das Gebäude befindet sich unweit des Domplatzes und wird heute als Hochzeitshaus und Standesamt genutzt. Das prächtige Portal und eine Bohlenstube mit Renaissancemalereien im Inneren sowie Teile des Fachwerks konnten bei Rekonstruktionen erhalten werden.

Hochzeitshaus Erfurt, Thüringen
Haus zum Sonneborn, Erfurt, Thüringen

Waidspeicher

Im 13. Jahrhundert wurde rund um Erfurt im Thüringer Becken viel Waid angebaut und in Erfurt verarbeitet und gehandelt.

In den Waidspeichern wurde früher aus den getrockneten Blättern der Waidpflanze blauer Textilfarbstoff gewonnen.

Durch den Waidhandel flossen jährlich ca. 3 Tonnen Gold nach Thüringen und dadurch wurde die Region zu einer der reichsten

in Mitteleuropa. Die erhaltenen Waidspeicher werden heute kulturell genutzt. Der Waidspeicher am Domplatz beherbergt

heute ein Puppentheater.

Thüringer Staatskanzlei

Das Gebäude wurde von 1711-1720 als barockes Palais errichtet. Die Pläne kamen von Baumeister Maximilian Welsch.

Im Oktober 1808 fand hier ein Treffen Goethes mit Napoleon statt. Seit 1995 ist das Gebäude der Sitz des Thüringer Ministerpräsidenten.

Thüringer Staatskanzlei, Erfurt, Thüringen
Thüringer Staatskanzlei, Erfurt, Thüringen

Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße

Das Gebäude der Gedenkstätte war zu DDR- Zeiten eine Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit. Mehr als 5000 Menschen

wurden hier inhaftiert. Heute erinnert die Gedenkstätte an die Unterdrückung während der SED Diktatur.

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